traditionell zweitklassig

28. Spieltag: VfB Stuttgart – Hamburger SV

Elf Sympathen sollt ihr sein

von Simeon Boveland

VfB Stuttgart

Wohlfahrt

Hinkel - Phillips - Niedermeier - Boka

Pardo - Hitzlsperger - Khedira - Meißner

Terodde - Cacau

Trainer: Wolf

Hamburger SV

Golz

Hertzsch – Mathijsen – Hoogma – Atouba

Mahdavikia – Beinlich – Wicky

Takahara – Bäron – Präger

Trainer: Pagelsdorf

VfB Stuttgart

Franz Wohlfahrt

Das Kärntner Original. Kantig, kauzig, kernig. Geradlinig und mit dem Blick für‘s Wesentliche: „N Elfmeter holtet man oder holtet man nicht. Des is ned leicht und ned schwer.“ Punkt.

Andreas Hinkel

Der uneitelste Emporkömmling der jungen Wilden. Arbeitete sich als Spieler wie als Trainer in der VfB Jugend hoch. Leider verpasste er die meisterliche Krönung seiner Zeit beim VfB, weil er ein Jahr zu früh wechselte. Zu Celtic Glasgow – ebenfalls grundsympathisch.

Nathaniel Phillips

Kaum da und schon ins Herz geschlossen. Nat wirkt angenehm ruhig, bescheiden und reflektiert. Ein Mann mit Köpfchen, dem man gern in seiner Studenten-Clique hätte.

Georg Niedermeier

Ein Spieler, der nie wirklich auffiel, der nie groß gefeiert und dem nie ernsthaft nachgetrauert wurde. Dabei war er siebeneinhalb Jahre da und machte 167 Spiele. Solide Bank, ehrliche Haut.

Arthur Boka

Wirkte bis zum Ende seiner achtjährigen Tätigkeit beim VfB wie der Klassenclown, dem man seine Sperenzchen nicht übelnehmen kann. Ein Lächeln, ein beherztes Dribbling, ein Weitschusstor und alles ist vergessen. Auch seine Liaison mit Gina-Lisa.

Pavel Pardo

Einer, der das Spiel nicht an sich riss, sondern sanft dirigierte. Umsichtig, mit gutem Auge und feinem Füßchen. Dem sicheren Elfmeterschützen verdanke ich zudem meine erste ernsthafte Kehlkopfreizung, in Anschluss an das zwischenzeitliche 2:2 im DFB-Pokalfinale 2007 gegen Nürnberg.

Thomas Hitzlsperger

Hammerschuss, Hammertyp. Ging in seiner Karriere meist in bestem Wissen und Gewissen den unbequemen Weg und bleibt sich dessen auch in seiner Funktionärslaufbahn treu. Ein Glück für den VfB.

Sami Khedira

Sami aus Fellbach-Oeffingen. Den VfB zum Meister geköpft und dann ab in die große Fußballwelt. Real Madrid, Juventus Turin. Ein Alleskönner im Mittelfeld und unbedingter Mannschaftsspieler. Wer sonst hätte in seiner Position seinen Stammplatz im WM-Finale hergegeben?

Silvio Meißner

Acht Jahre treue Dienste im defensiven Mittelfeld, dazu torgefährlich mit Kopf, Fuß und vom Punkt. Alles zu sehen in seinem Highlight-Video auf Youtube, welches keine 6000 Klicks hat. Ihm dürfte es egal sein: Er ist mittlerweile Geschäftsführer der „Alltagsbegleiter“ in Saarbrücken und unterstützt hilfsbedürftige Menschen. Stammplatzgarantie in dieser Elf.

Simon Terodde

Quasi im Alleingang beförderte er den VfB 2016/17 wieder in die erste Liga und bezeichnete den Aufstieg mit dem VfB erst jüngst als schönster Moment seiner Karriere. Bezeichnend, dass man diesen dankbaren, mannschaftsdienlichen und torgefährlichen Charakter so unrühmlich fallen und weiterziehen ließ.

Cacau

Ein Musterbeispiel an Integration. Südamerikanische Lebensfreude gepaart mit schwäbischer Bodenständigkeit. Herzblütig und mitunter heißblütig. In jedem Falle leidenschaftlicher Botschafter des Fußballs. Bekam bei der Bürgermeisterwahl seines Wohnorts Korb sechs Stimmen – obwohl er nicht zur Wahl stand.

Trainer:

Hannes Wolf

Formte und führte mit Empathie, Bedacht und Begeisterungsfähigkeit die Aufstiegsmannschaft 2017 und entfachte letztmals so etwas wie Euphorie im Schwabenland. Eloquent und klar – auch in seinen Analysen als ARD-Experte.

Reserve:

Eike Immel

Matthieu Delpierre-– Timo Baumgartl- Emiliano Insúa

Wataru Endo - Daniel Didavi – Christian Gentner

Adhemar – Mario Gomez

Co-Trainer: Nico Willig

Hamburger SV

Richard Golz 

Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass Golz der längste Sympath des HSV ist. Er überragt „Air“ Bäron um einen ganzen Zentimeter - 1,98 Meter ist der Kerl.

Timothée Atouba

Gegner entknoten noch heute ihre Beine. Brachte mal wieder richtig Spaß in den Volkspark. Egal, ob das Dribbling an der Mittellinie nun nötig war oder nicht

Nico-Jan Hoogma 

Blaupause holländischer Solidität. Unantastbarer Anführer im Abwehrzentrum für 6 Jahre. Hoogmas Sohn kennt Hamburg inzwischen auch, hat nur leider für den falschen Verein gekickt.

Joris Mathijsen 

Holländische Solidität 2.0. "Mathijsen", in seiner Urform ein substantiviertes Tu-Wort, bedeutet übersetzt: unaufgeregt (ja, ja, ist ein Adjektiv)

Ingo Hertzsch 

Ich weiß nicht mehr wann und ich weiß nicht mehr gegen wen, aber nach einem seltenen Hertzsch-Tor bei Regen setze Super-Ingo zum ewigen Diver an und stand damit sicher eine Zeitlang im Guinness-Buch der Rekorde.

Raphael Wicky 

Spieler, die vorher bei den Bremern unter Vertrag standen, haben es traditionell schwer in Hamburg. Legendenstatus muss sich jeder Spieler dann durch Leistungen und Sympathie erarbeiten. Außerdem wahnsinnig gut aussehend!

Stefan Beinlich 

„Paule“ hieß er und… war einfach klasse! Spätestens bei seinem Tor gegen den alten Verein aus Leverkusen fragte ich mich ernsthaft, wie es den Hamburgern gelungen war, diesen Spieler an die Elbe zu locken.

Mehdi Mahdavikia 

Seine Läufe der Außenlinie entlang. Legendär. Und das Stadion „Mehdi, Mehdi, Mehdi“. Teil der legendären Elf beim 4:4 gegen Juve.

Roy Präger 

Den Schelm im Nacken versuchte er gerne mal mit seinem alten Fila-Schuh die Mama anzurufen. „Hallo, Mama? Ich habe wieder getroffen! Ja, genau wie letzte Woche. Sind jetzt Erster. Hab dich lieb.“

Karsten Bäron 

Bis heute hängt ein „Air Bäron“-Banner bei Heimspielen und bei gefühlt jedem Spiel der Nationalmannschaft. Bäron, der Inbegriff von Sympathie. Schade, dass der Junge so oft verletzt war.

Naohiro Takahara 

Nicht der erfolgreichste Stürmer der Rothosen, aber immer mit einem Grinsen. Der erste Japaner bei den Hamburgern und ein Lichtblick noch dazu.

Trainer:

Frank Pagelsdorf 

Mit Spielern und Funktionären, die mal die Hansa-Kogge auf der Brust trugen, lief es in Hamburg immer ganz gut. Der gemütliche Pagelsdorf erlebte seine beste Zeit beim HSV. Dass ich das erleben durfte...

Reserve:

Hans-Jörg Butt

Stefan Schnoor, Tomas Ujfalusi

Martin Groth, Thomas Gravesen, Rodolfo Cardoso

Anthony Yeboah, Erik Meijer, Marinus Bester

Co-Trainer: Martin Jol

Simeon Boveland
Aufgewachsen im alten Hamburger Volksparkstadion und sozialisiert durch Ali Albertz und Lumpi Spörl, arbeitet Simeon Boveland an der Intellektualisierung des Fußballs. Oben der Versuch eines Beweises.
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