traditionell zweitklassig

29. Spieltag: Hamburger SV – SV Wehen Wiesbaden

Dreizuzwei

von Christoph Mack

Vorwehen

Der letzte Dino seiner Art ist heuer nur ein grauer Lurch.
An Spott wird demnach nicht gespart - viel macht man auf die Dauer durch.
Zuletzt so tief ins Mark getroffen, dass mancher schon die Flinte warf.
Letztlich blieb also bloß zu hoffen, dass man mal wieder punkten darf.

0:1

Man ist halt fast der letzte Mann, 
der ein Tor noch verhindern kann.
Doch was, wenn der Verteidiger, 
`nen Pass spielt, der nun leider sehr
vom angedachten Ziel abweicht, 
ein Stürmer sich dazwischen schleicht
und dann der Spielball ganz gepflegt 
per Heber in die Maschen schwebt. 

1:1

Das Tornetz auf der linken Seite ist neidisch auf sein Gegenüber.
Den dieses wurde nur gestreichelt, ein andrer Schuss ging klar darüber.
Nur ihm wurde mit Urgewalt die Innenseite strapaziert.
Ein Urschrei, der durchs Stadion hallt. Das Tornetz hat nicht applaudiert.

2:1

Einer, der vorn die Chancen nutzt, ein Wesen zwischen Mensch und Tier.
Nennt man zuweilen Strafraumfuchs in seinem heimischen Revier.
Klar, dass im nun genannten Fall der Kaltschnauz stach wie eh und je: 
Auf jenem hohen Flankenball lag gut ein halber Meter Schnee.

2:2 

Das Spiel war so dahingeplätschert, 
in zweitklassigem Tugendstil.
Da kam der menschensgute Letschert 
und fällte einen Baum zu viel.
Zur Strafe unternahm ein Schütze 
aus elf Metern `nen flachen Stoß.
Ein Torwart hält den mit der Mütze. 
Pollersbeck spielte mützenlos. 

3:2 

Kinsombi kann im wahren Leben 
auf mindestens zwei Sprachen reden.
Versteht sich gut mit den Kollegen, 
nie um ein gutes Wort verlegen.
Nur die gesamte Presseschar 
scheint er nicht allzu gern zu grüßen.
Er wendet sich an diese zwar, 
doch nur mit Händen und mit Füßen.

Nachwehen

Ein Spiel mit Licht und Schatten. Ein Spiel mit Hin und Her.
Es läuft nicht alles glatt, wenngleich auch nicht vollends verquer.
Wo macht man nun mit dem Fanal, das sich als HSV versteht?
Ob dieser graue Lurch nochmal zum großen Dino aufersteht?



Christoph Mack
Im Schwabenland geboren, wandelt Christoph Mack zielsicher und fintenreich auf dem schmalen Grat zwischen gewohnheitsverliebtem Lamentieren und weltmännischem Optimismus. Übersteiger inklusive.
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